Verdacht auf Kindeswohlgefährdung im Sport

Wenn man Trainer*in ist oder in einem Verein trainiert, kann es vorkommen, dass man mit Fällen von Kindesmisshandlung konfrontiert wird oder bemerkt, dass ein Kind zu Hause Probleme hat. Dies wirft für Personen, die sich um ein Kind sorgen, viele Fragen auf. Wichtig ist vor allem, dass man nicht versucht, allein einzugreifen. Der/dieTrainer*in oder das Vereinsmitglied muss in der Lage sein, sich an die richtigen Personen zu wenden.

Wen sollte ich im Zweifelsfall benachrichtigen?

Wenn Sie wirklich Zweifel haben und glauben, dass ein Kind wirklich in Gefahr ist, können Sie eine Meldung bei der Kinderschutzbehörde (KSB) machen. In einigen Kantonen ist dies das Friedensgericht oder das Schutzgericht. Die Meldung sollte mindestens den Namen und die Adresse des Kindes sowie eine Beschreibung Ihrer Befürchtungen enthalten. In jedem Fall sollten Ihre Kontaktdaten angegeben werden, damit die Behörde Sie um Auskunft bitten kann.

Habe ich das Recht, die Behörde zu benachrichtigen?

Ja, Sie haben das Recht dazu und es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Artikel 314d ZGB besagt, dass jede Person das Recht hat, die Kindesschutzbehörde zu benachrichtigen, wenn die körperliche, psychische oder sexuelle Unversehrtheit eines Kindes gefährdet erscheint. Auch Personen, die nach dem Strafgesetzbuch dem Berufsgeheimnis unterliegen, haben das Recht, die Behörde zu benachrichtigen, wenn das Wohl des Kindes dies rechtfertigt. Es sei darauf hingewiesen, dass professionelle Trainer*in(e) sogar die Pflicht haben, Situationen zu melden. Dies gilt nicht für ehrenamtliche Trainer*in, die ihre Zeit in ihren Vereinen opfern.

Kann ich anonym bleiben, wenn ich eine Meldung mache?

Grundsätzlich können Sie nicht anonym bleiben. Die Eltern haben das Recht, den Vor- und Nachnamen der Person zu erfahren, die den Gewaltvorfall angezeigt hat. Bei einer ernsthaften Gefahr für die Person kann die Kinderschutzbehörde jedoch Anonymität vorsehen, was jedoch die Ausnahme ist.